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Jeder sollte begreifen, welche Bestimmung er hat

Unter vier Augen mit dem Meisterschamanen DON DIEGO (Spanien)*

Diego, du stammst aus Spanien und nicht aus Lateinamerika, wo Schamanismus bis heute eine große Rolle spielt. Wie bist du auf dieses in Europa doch eher exotische Thema gestoßen?
Wir alle tragen in uns ein Schicksal, dem wir nicht entkommen können. Die Vorsehung stieß mich sehr schnell auf dieses Thema, das ich bereits aus früheren Leben her kannte. Als ich siebzehn Jahre alt war, hatte ich einen Bekannten auf Mallorca, der einen sehr kranken Verwandten hatte, für den angeblich nichts mehr getan werden konnte. Mein Freund akzeptierte diese Diagnose nicht und ging ins Amazonasgebiet und brachte von dort einen Schamanen mit auf die Insel. Wie es der Zufall wollte, nahm ich an diesem Ritual teil. Als ich dem Schamanen sagte, was ich dabei erlebt hatte, bat er mir an, ihn nach Peru zu begleiten und bei ihm in die Lehre zu gehen.

Ein Schamane operiert mit einer riesigen Fülle von Wissen um Rituale und geistige Wirklichkeiten. Von wem hast Du das alles gelernt?
Ich hatte verschiedene Meister. Einer, der mich in Kontakt mit dem Thema brachte, einer, der mir die Wirkung von Bäumen erklärte, einer, der mir die Zubereitung von halluzinogenen Getränken beibrachte, und so weiter.

Du hast ja nicht nur im Urwald, sondern auch an einer Universität gelernt. Gibt es für dich einen Widerspruch zwischen deinem wissenschaftlichen und deinem schamanischen Wissen?
Nicht wirklich. Was ich an der Universität von Iquitos studierte, war Phytotherapie. Ich habe mich zu diesem Zeitpunkt sehr für Pflanzen interessiert. Ich habe also den gleichen Gegenstand von verschiedenen Standpunkten aus beleuchtet. Die spirituelle und die materielle Welt sind keine Gegensätze, sie stehen sich zwar gegenüber, aber gemeinsam bilden sie die Wirklichkeit. Es ist gut, dass es Menschen gibt, die beide Realitäten studieren. Was wir letztlich begreifen müssen, ist die Tatsache, dass unser Leben nicht unendlich ist. Unsere Zeit auf der Erde ist sehr begrenzt. Jeden Tag, den wir erleben, haben wir einen Tag weniger. An der Universität lernen wir Dinge, die uns unser Leben vereinfachen und verbessern können, aber im Hinblick auf unser Ende sollten wir immer ein Auge auf die Bedeutung unseres Lebens gerichtet lassen, um zu begreifen, welche Bestimmung wir haben. Wenn wir sterben, ist es egal, ob wir Ärzte, Könige oder Anwälte sind. In diesem Moment zählt allein, ob wir uns gut auf den Übergang vorbereitet haben und ob wir mit uns in Frieden sind.

Was können Menschen, die nicht die Chance haben, eine Reise zu einem Schamanen zu unternehmen, tun, um mit der anderen Wirklichkeit in Berührung zu kommen?
Das Wichtigste ist, den Geist anzuhalten. Der Grund für unser Leid liegt darin, dass wir so viele Gedanken in unserem Kopf haben, dass wir so viel Zeit mit Denken verbringen. Wir sind ständig damit beschäftigt, etwas zu wollen. Kaum haben wir das Betreffende erreicht, lässt die Befriedigung darüber auch schon wieder nach. Und schon wollen wir wieder etwas Neues. Wir wollen diesen oder jenen Partner, aber nach zwei, vier, sechs oder zehn Jahren langweilt er mich wieder oder ärgert mich und ich ziehe wieder weiter. Dauerhaftes Glück wohnt nur den wenigsten Dingen oder Beziehungen inne. Dafür müssen wir uns jenseits der materiellen Welt umsehen. Gebete, Meditationen sind ein guter Weg, sich dieser Realität anzunähern. Stille erzeugt inneren Frieden. Das kannst du überall machen, egal, wo du lebst, welchen Job und welches Schicksal du hast. Jeder Moment ist der perfekte Moment, jeder Ort ist der perfekte Ort, um sich dem Göttlichen zu nähern.

Wie viele Schamanen nutzt du nicht nur Meditationen, sondern auch die bewusstseinserweiternde Kraft von Pflanzen. Was definiert einen solchen »schamanischen Zaubertrank«?
Materiell betrachtet handelt es sich dabei um eine Medizin in Form eines Tees. Sie wird aus einer Kletterpflanze mit Namen Ayahuasca gewonnen, welche man gemeinsam mit den Blättern der Chakruna-Pflanze nach bestimmten Regeln zubereitet und kocht. Es gibt unterschiedliche Zusammensetzungen von Ayahuaska und Chakruna, je nachdem, welche Absicht man bei einer solchen Visionssuche verfolgt und welche Stärke die Erfahrung haben soll. Spirituell betrachtet handelt es sich bei einem solchen Getränk um ein Werkzeug, sich selbst und seine innere Wahrheit kennenzulernen. Es gibt viele verschiedene Arten, Ayahuasca zu gebrauchen. Einige Stämme im Amazonasgebiet, die Schwarze Magie betreiben, nutzen die Informationen, die ihnen Ayahuasca vermittelt, für ihre düsteren Praktiken. Andere Stämme lehnen solche Hexerei strikt ab und lernen durch die Pflanze, wie man Krankheiten heilt oder seinen Lebensplan erkennt. Allgemein gesprochen gelingt es diesem Getränk, unseren Fokus nach innen zu richten und einen Zugang zu höheren Realitäten zu gewinnen. Für die »Suni Runa«, die sich durch das Trinken von Ayahuasca spirituell weiterentwickelt haben, ist es daher keine Droge, sondern ein Weg zum Göttlichen.

Das klingt nicht nur spannend, sondern auch gefährlich. Gibt es Menschen, die Ayahuasca alleine einnehmen, oder braucht man dafür immer einen Schamanen?
Egal wer, wann und in welchem Rahmen einen solchen Trank zu sich nimmt, sollte immer bedenken, dass diese Pflanze in der Lage ist, seinen oder ihren Körper subtileren Realitäten zu öffnen. Ein Schamane kann aufgrund seiner Ausbildung und seiner Erfahrung diese subtilen Realitäten unterscheiden. Ich gebe dir ein Beispiel: Als ich das erste Mal im Dschungel war, sah ich einfach nur eine riesige grüne Wand. Ich konnte überhaupt nichts erkennen. Sobald mir mein Lehrer eine neue Pflanzenart erklärt hatte, begann sie für mich aus dieser grünen Masse herauszutreten als das einzigartige Geschöpf, das sie ist. Mit den subtilen Realitäten verhält es sich ganz ähnlich. Am Anfang erkennt man keine Details, und alles strömt unterschiedslos auf einen ein. Abgesehen von dem »eigenen Prozess« sind da drüben in der anderen Wirklichkeit auch all die Schwingungen der Leute gespeichert, die bisher Ayahuaca getrunken haben, zu welchem Zweck auch immer. Durch das Trinken werden all diese Informationen wieder aktiviert. Der Schamane muss darauf aufpassen, all diese auf einen einströmenden Informationen zu filtern und seine Mittrinker energetisch zu schützen. Fehlt dieser Schutz, ist alles möglich. Es gibt ja keine Kontrolle, nur den wilden Effekt der Pflanze. Ich kannte einmal einen Mann, der unkontrolliert Ayahuaca zu sich nahm und in der Folge Stimmen in seinem Haus hörte. Damit verängstigte er nicht nur seine Frau und seine Kinder, sondern kam sogar mit der Polizei in Konflikt, die nach verborgenen Einbrechern suchen sollten. In der Folge musste er nach Peru reisen und seinen Körper völlig von den Einflüssen der Pflanze reinigen, um seine Kanäle für die andere Welt wieder zu verschließen und Frieden zu finden. Ansonsten gilt: Alles, was man während einer Sitzung mit Ayahuasca erfährt, entspricht deinem Karma. Du kannst dich nicht drücken, aber auch nicht verbiegen. Durch Ayahuasca kommen alle Dinge zum Vorschein, für deren Verarbeitung du sonst vielleicht Jahre bräuchtest. Das kann eine harte Erfahrung sein, aber danach fühlst du dich ungemein befreit, und es wird viel einfacher, den eigenen spirituellen Weg zu verfolgen.

Wie muss ich mir die Wirkung einer bewusstseitserweiternden Erfahrung mit Ayahuasca vorstellen? Funktioniert sie wie eine Bibliothek, in der ich die Antworten auf all meine Fragen nachschlagen kann, oder gibt es nach der Einnahme eine Art eigenes Programm, das die Pflanze verfolgt?
Ayahusca trifft dich immer genau dort, wo du gerade stehst. Wenn das der richtige Augenblick für deine Fragen ist, wird sie die die Antworten darauf geben. Sie wird dir in einer wirklich atemberaubenden Schnelligkeit Einsichten und Weisheiten vermitteln. Man merkt, dass du keine Erfahrung mit Ayahuasca hast, denn wer ihre Wirkung einmal erlebt hat, wird nicht mehr zwischen seinen Fragen und ihren Antworten unterscheiden. Sie beantwortet nicht nur bewusste, sondern auch unbewusste Fragen, die wir vielleicht nur in unserem Inneren spüren, ohne je über sie nachgedacht zu haben.

Kann von einer solch tiefgreifenden Erfahrung auch eine Gefahr für die psychische Stabilität ausgehen?
Das kann passieren, wie bei allem im Leben, das wir erfahren und das uns überrascht. Meiner Erfahrung nach sind wir alle mit dem Göttlichen verbunden, Du kannst es Mutter Erde nennen oder Gott oder Universum, das spielt keine Rolle. Während einer Zeremonie trägt diese Verbindung mit einem Bewusstsein, das größer ist als du selbst und das alles Leben miteinander verbindet, den Namen Ayahuasca, aber letztlich stammt es einfach aus der selben Quelle wie alles, was dir in deinem Leben begegnet. Entscheidend für deine Erfahrungen mit Ayahuasca ist der Schutz und die Erfahrung des Schamanen, der dich begleitet, und der Punkt in deinem Leben, an dem du gerade stehst. Ich glaube nicht, dass Ayahuasca dir etwas zufügt. Es zeigt dir nur, was du bereits in dir trägt – ob das nun ein verborgenes Talent oder eine schlummernde Psychose ist. Ein erfahrener Schamane kann solche unerwünschten Enthüllungen mit anderen Pflanzen wieder eindämmen und dein seelisches Gleichgewicht wieder herstellen. Das ist auch der Grund, warum der Schamane im Dschungel als Arzt und Heiler gilt.

Du arbeitest auch mit Mantras und indischen Göttern, sprichst von Karma – wie verbindest du das mit deinen südamerikanischen Ritualen?
Am Anfang der Zeit gab es keine Trennung. Damals hatten alle Menschen noch einen höheren Grad spiritueller Verbundenheit und die gleiche Vorstellung davon, was das Leben für uns Menschen bedeutet. Diese Leute waren überall auf der Erde verstreut. Sie kannten die Vergangenheit und die Zukunft. Sie wussten, dass eine Zeit kommen würde, in denen die Menschen diese natürliche Verbindung verlieren und ihr Wissen vergessen würden. Deswegen entwickelten sie Wege und Techniken, um gegen das Vergessen anzuarbeiten. Sie haben Traditionen begründet. Durch ihre Persönlichkeiten und die Orte, an denen sie lehrten, gaben sie ihren Traditionen eine bestimmte Färbung. Die Quelle aller religiösen Traditionen bleibt aber dieselbe. Das ist wie mit Milch. Du kannst daraus Käse machen oder Yoghurt oder Butter. In seinem Kern aber bleibt es ein Produkt der Milch. Im Dschungel von Peru lehrten sie uns, wie man sich und seinen Geist reinigt, um höhere Realitäten wahrzunehmen und tief in das eigene Ich einzudringen. In China lehrten sie uns chinesische Medizin und energetische Heilweisen für den Körper, in Indien Ayurveda. Man muss immer unterscheiden zwischen der Realität, die eine Kultur untersucht, und ihren Werkzeugen. Die Unterschiede bestehen aus der Oberfläche, nicht aus der Quelle. Sie gehen auf unsere Gedanken und unsere Urteile zurück. Jedes Urteil verändert die Realität für uns. Es gibt eine schöne Geschichte dazu: Man führte 10 Blinde in einen Raum mit einem Elefanten. Danach befragte man sie, was sich darin befände. Der eine, der den Fuß des Elefanten berührt hatte, beschrieb ein Tier wie ein Baum, rund und stabil, fest auf dem Boden verankert. Ein anderer, der den Rüssel in Händen hielt, protestierte: Nein, im Gegenteil, das Tier sei sehr beweglich und dünn und es befände sich stetig in Bewegung. Derjenige aber, der den Bauch vor sich hatte, schüttelte den Kopf. Es bewegt sich nicht und es steht auch nicht. Statt dessen schwebt es über dem Boden, und das, obwohl es riesig ist und mit den Armen nicht zu umfassen.

Wir befinden uns in einer Welt, die nicht nur von einer immer mehr zusammenrückenden Wirtschaft, sondern auch von religiösen Spannungen geprägt ist. Was können wir deiner Meinung nach tun, um von den unterschiedlichen Traditionen wieder zurückzufinden zu der alle verbindenden Quelle?
Zunächst einmal: Ein »wir« in diesem Sinne gibt es nicht. Das ist, was man in einer Zeremonie lernt: Obwohl man sie gemeinsam miteinander vollzieht, erlebt jeder seine eigene Erfahrung. Fortschritt kann es nicht kollektiv geben, sondern nur individuell. Und zwar dadurch, dass du Energie von den Sinnen und Gedanken abziehst und sie der Erforschung deiner inneren Wirklichkeit zur Verfügung stellst. Das ist alles, was du tun kannst für den Weltfrieden. Wenn du dich weiterentwickelst, werden sich die Menschen um dich herum ändern. Das geschieht sehr natürlich, wie bei einer Domino-Schlange.

Wenn du einen Wunsch frei hättest für dich und für die Welt, was würdest du dir wünschen?
Inneren Frieden. Dass sich jeder innerlich ruhig fühlt, und ich ebenso.

* Don Diego ist Gründer, Leiter und Meisterschamane der spirituellen Vereinigung »Sachavacay« mit Hauptsitz in einem Reservat im peruanischen Regenwald. In jahrelangem Studium eignete er sich ein umfassendes Wissen über die Eigenschaften und die Wirkungen der dort ansässigen Pflanzen an, welches er heute in schamanischen Zeremonien an Menschen aus der ganzen Welt weitergibt. In Ergänzung zu seiner spirituellen Ausbildung studierte er Psychologie, Naturheilkunde und Biochemie an den Universitäten von Alicante (Spanien) und Iquitos (Peru). Neben magischen südamerikanischen Liedern, so genannten »Icaros«, arbeitet der passionierte Musiker und Massagetherapeut auch mit dem Einsatz von indischen Mantren, Tabak und psychoaktiven Substanzen. Weitere Informationen zu seiner Arbeit finden sich auf folgender Webseite: http://www.sachavacay.org

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Die Welt ist keine Maschine

Unter vier Augen mit dem Biologen DR. RUPERT SHELDRAKE (Großbritannien)*

Sie haben mehr als dreizehn Jahre im akademischen Betrieb gearbeitet. Haben Sie sich in dieser Zeit Ihres Lebens unzufrieden gefühlt?
Ja. Ich hatte schon früh den Eindruck, dass die Naturwissenschaften viel zu beschränkt sind, zu dogmatisch und zu reduktionistisch. Das hat mich schon als Student gestört. Doch damals dachte ich noch, dass es keine Alternative dazu gäbe. Ein erster Hoffnungsschimmer überkam mich beim Lesen von Goethes Schriften über Pflanzen und bei seiner »Farbenlehre«. Diese eröffneten mir die Möglichkeit einer ganzheitlicheren Wissenschaft. Zwischen 1963 und 1964 studierte ich dann Wissenschaftsphilosophie in Harvard. Kurz zuvor war Thomas Kuhns Buch »Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen« herausgekommen. Ich fand die Idee des Paradigmenwechsels, welche die Hauptthese seines Buches ist, sehr aufregend. Ich fühlte: Wissenschaft muss nicht für immer so bleiben, wie sie jetzt ist. Sie kann verändert werden. Seither interessiere ich mich für die Möglichkeit einer besseren und breiteren Art von Wissenschaft. Doch ich wollte immer, dass sie wissenschaftlich bleibt und habe deshalb auch Zeit meines Lebens innerhalb wissenschaftlicher Disziplinen gearbeitet, Experimente durchgeführt, Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht und all das.

Haben Sie bewusst in Kauf genommen, dass Sie mit Ihrem Buch »Das schöpferische Universum« Ihre Karriere als ernstzunehmender Forscher beenden könnten?
Sagen wir es so: Ich habe die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass es mir nach dieser Veröffentlichung schwer fallen könnte, einen Job an der Universität zu finden. Ich habe aber nicht geglaubt, dass es mich am Forschen hindern würde, und das hat es auch nicht getan. Ich habe seither viele Forschungsarbeiten durchgeführt. Aber ich war mir schon bewusst, dass die wissenschaftliche Gemeinschaft konformistisch, intolerant und engstirnig ist. Im 19. Jahrhundert war sie noch viel breiter und toleranter aufgestellt, weil viele Wissenschaftler nicht in Institutionen arbeiteten. Charles Darwin war wie viele andere so ein freischaffender Wissenschaftler. Darwin war damals so etwas wie mein Held. Ich dachte: Wenn Darwin das tun konnte, sollte es heute auch noch möglich sein, unabhängig zu forschen. Ich hatte ja keine Ahnung, was mein Buch auslösen würde. Ich erwartete eine Debatte innerhalb der Wissenschaft und hoffte auf eine seriöse Diskussion unter Entwicklungsbiologen. Das war zumindest mein Ziel. Was dann wirklich geschah, war weitaus dramatischer. Man warf mir vor, die Natur zu verraten. Man nannte mich einen Häretiker. Diese weltweite Empörung meiner Kollegen und anderer Autoren drängte mich in eine Position, die ich so nicht für mich beabsichtigt hatte.

Sie haben sieben Bücher und etliche Artikel geschrieben, u.a. »Der siebte Sinn des Menschen« und »Denken am Rande des Undenkbaren«. Was ist Ihre Kernbotschaft?
Die Erkenntnis, dass das Universum lebendig ist, dass wir in einer organischen, sich entwickelnden Welt leben und dass es eine Art Gedächtnis in der Natur gibt. Dass lebende Organismen lebende Organismen sind und keine Maschinen. Dass das ganze Universum ein lebender Organismus ist und keine Maschine. Und dass wir alle lebende Bestandteile einer lebendigen Welt sind und keine »schwerfälligen Roboter« – um Richard Dawkins‘ Ausdruck zu verwenden – in einem mechanischen Universum, das kein Ziel hat, kein Bewusstsein und keine Richtung und das einfach per Zufall entstanden ist. Das ist die offizielle materialistische Weltsicht. Ich halte das für einen fundamentalen Irrtum.

Was stört Sie als Wissenschaftler eigentlich am derzeitigen naturwissenschaftlichen Weltbild?
Die offizielle akademische Theorie des Lebens besagt, dass lebende Organismen von ihren Genen programmiert sind, und dass diese Gene schonungslos miteinander im Wettbewerb stehen. In Wirklichkeit haben sie aufgehört, reine Moleküle zu sein. Sie sind zu kleinen Zeichentrick-Figuren verkommen. Das Problem mit der modernen mechanistischen Biologie ist, dass sie überhaupt nicht mechanistisch ist. Sie ist kryptovitalistisch. Sie personifiziert die Gene und macht aus ihnen eigene Persönlichkeiten mit ehrgeizigen Bestrebungen nach Unsterblichkeit und Wettbewerb, welche Moleküle unmöglich haben können. Sie ist naiv. Sie fußt auf vereinfachenden Metaphern. Das ist auch der Grund, warum sie für Laien so überzeugend ist. Ihre Ausdrucksweise ist überzeugend, denn sie entwirft eine grob vereinfachende, leicht verständliche Sichtweise mit einer vermenschlichenden Begrifflichkeit.

Was ist denn der Hauptunterschied zwischen diesem »heimlichen Vitalismus« und Ihrem holistischen Modell, dem ja auch von vielen Seiten Vitalismus vorgeworfen wird?
Der Unterschied zwischen dieser und meiner Sichtweise ist, dass ich mich für eine ganzheitliche Betrachtensweise der Welt einsetze, nach der die Welt auf verschiedenen Ebenen organisiert ist. Jede Musterorganisation enthält Ganzheiten, die wiederum selbst Ganzheiten sind, die aus noch kleineren Partikeln bestehen. Zellen sind demnach Organismen in Gewebe oder Organe in Gesellschaften oder Ökosystemen. Auf jeder Ebene ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile. Das haben schon viele Leute vor mir gesagt. Ich denke, der Hauptunterschied zwischen mir und anderen organismischen Denkern ist, dass es nach meinem Verständnis noch dazu eine Art »Gedächtnis« gibt, das durch morphische Resonanz in jede Zelle eingebaut ist und all die Gewohnheiten und Erinnerungen enthält, die wir aus der Vergangenheit geerbt haben. Ich denke, dass wir zum Verständnis der Natur ein solches Gedächtnis annehmen sollten, denn sie ist von Grund auf evolutionär; was jetzt geschieht, folgt aus dem, was zuvor geschehen ist. Geschichte ist in die Halle der Natur integriert.

Hat diese neue Sichtweise, wenn sie sich durchsetzen sollte, Konsequenzen nur für die Wissenschaft oder auch für die Gesamtgesellschaft?
Wenn man die mechanistische Theorie ernst nimmt oder sonstwie einen kompromisslosen Materialismus vertritt, dann ist das schon sehr deprimierend. Es bedeutet, dass jeder von uns in der Zurückgezogenheit seines Schädels isoliert ist, dass wir alle soziale Atome sind, dass eine Gesellschaft nichts anderes ist als eine Ansammlung atomistischer Individuen und dass das Universum an sich kein Ziel besitzt. Es gibt keinen Gott, keinen Geist, keinen Sinn. Das ist eine durch und durch bedrückende Theorie. Es ist doch ziemlich auffällig, dass eine der häufigsten Beschwerden der westlichen Welt Depressionen sind und dass Millionen von Menschen Anti-Depressiva nehmen.

Materialismus ist ja nur ein Trend dieser Zeit, der andere ist religiöser Fundamentalismus.
Ich denke, dass Fundamentalismus, egal ob christlicher oder islamischer, eine unmittelbare Reaktion auf die materialistische Weltsicht ist. In diesem Sinne halte ich beide Bewegungen für gesund. Es ist die einzige Massenbewegung gegen den Materialismus. Aber ich denke, dass sie irregeleitet ist, denn sie lehnt die wissenschaftliche Vorgehensweise ab, nur weil diese derzeit vom Materialismus begrenzt wird. Ich denke, dass die Fundamentalisten Recht damit haben, dass der Materialismus zu begrenzt ist. Doch das hat sie leider gegen die Wissenschaft als solches aufgebracht, und diesen Schritt kann ich nicht nachvollziehen. Ich möchte, dass sich die Wissenschaft ändert. Ich möchte sie nicht abschaffen, ich möchte sie weiterentwickeln. Dabei stoße ich übrigens auf eine andere Art von Fundamentalismus, der mir manches Mal noch begrenzter erscheint: wissenschaftlichen Fundamentalismus.

Verletzt Sie die Ablehnung durch Ihre früheren Kollegen?
Nun, enges dogmatisches Denken geht mir immer auf die Nerven, egal, in welcher Form es mir begegnet, ob in der Politik, in der Wirtschaft oder in der akademischen Welt. Doch ich weiß auch aus meiner Erfahrung mit vielen Wissenschaftlern auf der ganzren Welt, dass viele – obwohl sie in der Öffentlichkeit das mechanistische Weltbild verteidigen – privat viel interessantere und geistreichere Ansichten vertreten. Sie haben einfach Angst davor, mit ihren Kollegen darüber zu sprechen. Ich denke, was die Wissenschaft braucht, um sich zu ändern, ist vergleichbar mit
der Schwulenbewegung: Wissenschaftlier, die sich vor ihren Kollegen outen und offen über ihre wahren Interessen sprechen. Sie werden herausfinden, dass viele ihrer Kollegen zu alternativen Heilern gehen, paranormale Erfahrungen gemacht haben oder meditieren und beten. Viele Wissenschaftler sind in Wahrheit religiös. Wieder andere würden sich als spirituell, aber nicht gläubig bezeichnen. Manchen haben eine starke Verbindung zur Natur. Meiner Meinung nach würden diese sich outenden Wissenschaftler herausfinden, dass die meisten ihrer Kollegen in Wahrheit gar keine strikten Mechanisten und dogmatischen Skeptiker sind.

In den Verkaufszahlen halten sich Ihre Bücher und die Publikationen Ihrer Gegner ungefähr die Waage. Wie erklären Sie sich die anhaltende Popularität der Skeptiker wie Richard Dawkins (»Der Gotteswahn«), wenn der Materialismus doch so deprimierend ist?
Ich denke, dass die Leute, die seine Bücher lesen, bereits zum Wissenschaftsglauben bzw. Materialismus konvertiert sind, was bei einer großen Anzahl gebildeter Leute der Fall ist. Die Standardposition der gebildeten Intellektuellen Europas und Amerikas ist nun mal der Atheismus bzw. der Agnostizismus. Das liegt daran, dass unser bestehendes Universitätssystem ihren Studenten seit Generationen diesen aufklärerischen Rationalismus einimpft. Um ausgebildet zu werden, muss man zumindest vorgeben, daran zu glauben, um nicht von Kollegen oder Dozenten für ungebildet oder dumm gehalten zu werden. Dem allen liegt die Annahme zugrunde, nur primitive und kindische Menschen glaubten an Gott oder eine Religion, gebildete Meschen hätten diese längst hinter sich gelassen.

Wer sind dann Ihre Leser?
Leute, die sich für meine Bücher interessieren, sind Menschen, die Zweifel an der materialistischen Weltsicht haben. Und dafür gibt es gute Gründe. Nicht zuletzt, weil sie sich als unfähig erwiesen hat, die Grundlagen für eine harmonische Beziehung zu unserer Umwelt zu legen, wie uns die anhaltende ökologische Krise ja immer wieder vor Augen führt. Das ist die Mentalität, die hinter der Ideologie des Fortschritts steht. Darüber hinaus lesen mich Leute, die bezweifeln, dass der einzigen Sinn der Menschheit in ihrem materiellen Fortschritt liegt und die sich wie ich für Alternativen interessieren. Andere Leser widerum hatten selbst paranormale Erfahrungen und sind neugierig, mehr darüber zu erfahren, und abgestoßen von dem engen Dogmatismus, der ihre Erfahrungen zu Hirngespinsten erklärt. Andere haben spirituelle oder religiöse Interessen und mögen die Vorstellung nicht, dass Wissenschaft notwendigerweise atheistisch sein muss und man nur die Wahl hat zwischen ungläubiger Wissenschaft und leichtgläubiger Religion; Leute, die sowohl Wissenschaft als auch Spiritualität schätzen und nach einer neuen Beziehung zwischen den beiden suchen.

Ist dieser Widerspruch zwischen Wissenschaft und Glaube nicht auch Ihr ganz persönlicher Kampf, den Sie als Mensch in Ihrem Inneren ausfechten?
Ich glaube an Bildung und ich glaube an Wissenschaft. Und ich glaube, dass Wissenschaft und Bildung nicht zwangsläufig materialistisch sein müssen. Ich denke, dass wir Wissenschaft und Bildung nicht ablehnen sollten. Doch wir sollten sie reformieren. Ich glaube, wir brauchen eine Aufklärung der Aufklärung. Wir müssen den Dogmatismus in Frage stellen, der aufgeklärtes Denken geworden ist, um uns von diesem neuen Dogmatismus zu befreien. Wir müssen zum Beispiel alte Kulturen nicht für dumme, leicht verführbare Menschen halten, die von ihren Schamanen oder Priestern nur belogen wurden, um sie durch törichten Aberglauben zu manipulieren. All das trägt eine Reihe von Hypothesen in die wissenschaftliche Forschung herein, die nicht nur nicht notwendig ist, sondern im Gegenteil kontraproduktiv für das Studium der menschlichen Natur und Kultur. In der Vergangenheit war Forschung auch nicht immer so reduziert. Sehen wir uns die mittelalterliche Wissenschaft an mit Leuten wie Thomas von Aquin: außergewöhnlich integrativ, eine intelligente Verbindung von Glauben und Verstand, die wirklich inspirierend ist. In der Summa Theologica beginnt er nicht mit dem Gedanken: Das und das ist das Dogma. Er beginnt mit einer Serie von Fragen, und alles, was er behandelt, dreht sich um Fragen. Er schreibt immer beide Sichtweisen, dafür und dagegen. In den mittelalterlichen Klöstern war es üblich, Debatten mit einem »advocatus diaboli« zu führen und alle Standpunkte zu vertreten. In tibetischen Klöstern findet man diese Tradition heute noch. Diese Angewohnheit, Untersuchungen mithilfe von Debatten und Diskussionen durchzuführen, war Bestandteil vieler religiöser Traditionen – allen voran der jüdischen. Ironischerweise ist es das, was der modernen Wissenschaft so schmerzlich fehlt. In der modernen Wissenschaft gibt es keine solche Debattenkultur, statt dessen gibt es eine autoritäre Verwaltungsstruktur der Entlohnung, der Zeitschriftenverleger, der Universitätsprofessoren; gleichzeitig gibt es eine Orthodoxie, und Leute, die da nicht reinpassen, werden nicht entlohnt. Die werden nicht befördert, die bekommen keine Jobs oder sie bekommen den Stempel des Häretikers aufgedrückt. Das Wort Häresie wird in der modernen Wissenschaft häufiger gebraucht als in der modernen Religion.

Von 2005 bis 2010 haben Sie ein Projekt am ehrwürdigen Trinity College in Cambridge geleitet. Was war der Gegenstand Ihrer Forschung?
Im Rahmen des Perrott-Warrick-Funds, der zu Ehren von Frederick Myers gestiftet wurde, habe ich mich hauptsächlich mit Telepathie befasst, und zwar in Verbindung mit neuen Kommunikationstechnologien: Telefonische Telepathie, SMS-Telepathie, E-Mail-Telepathie. Diese Formen der Telepathie haben sich parallel zu den betreffenden Technologien entwickelt. Es ist eine weit verbreitete Erfahrung, dass Leute an jemanden denken, kurz bevor dieser anruft. Meine Untersuchungen zeigen, dass 80% der Leute in Deutschland, England und Amerika solche Erfahrungen gemacht haben. Die akademische Welt hat das immer zurückgewiesen mit dem Argument, dass es sich dabei um reinen Zufall handle und dass man dauernd ohne Ergebnis an irgendwelche Leute denkt, so dass es keine Telepathie ist, wenn ein Betreffender dann auch mal »zufällig« anruft. Andere halten diese Erfahrungen für das Ergebnis eines unbewussten Wissens. Aber sehen Sie, diese Hypothesen besitzen überhaupt keine Beweiskraft. Das ist pure Spekulation. Keiner dieser Skeptiker hat je eine ernsthafte Untersuchung dieses Sachverhalts unternommen. Ich habe Tests entworfen, um der Sache nachzugehen. Das typische Experiment beinhaltet vier potentielle Anrufer. Einer von ihnen ruft nach dem Zufallsprinzip an, und der Angerufene muss vor dem Abnehmen des Hörers oder einem Blick auf das Display des Handys erraten, wer es ist. Wäre es eine Sache des Zufalls, müsste er in jedem vierten Fall richtig liegen. In Wirklichkeit aber stimmten 45% der Fälle. Und diese Tests habe ich gefilmt und in Fachzeitschriften publiziert. Sie wurden auch bereits von unabhängigen Kollegen überprüft, u.a. am Institut für Grenzgebiete der Psychologie in Freiburg. Ich denke, dass diese Ergebnisse eine recht überzeugende Beweiskraft besitzen und dafür sprechen, dass wir es mit echten Phänomenen zu tun haben. Die Argumente der Skeptiker haben sich hingegen als reine Möchtegernspekulation erwiesen.

Wir haben bereits über die Rückkehr der Fundamentalisten auf beiden Seiten gesprochen. Was glauben Sie: Werden sich die »Freigeister« am Ende gegen all diesen Widerstand durchsetzen können?
Am Ende sind sie dazu gezwungen zu gewinnen, denn die materialistische Weltsicht ist selbstzerstörerisch. Das gegenwärtige System kann ohnehin nicht mehr lange so weitergehen – wegen des Klimawandels, dieses lächerlichen Casinokapitalismus, dem Wegschmelzen des ganzen Finanzsystems und auch wegen der Verlagerung der industriellen Vormacht von Europa und Amerika in den Fernen Osten. Die Frage ist nur, ob der Wandel auf eine wohlwollende Art und Weise geschieht oder durch einen schrecklichen Konflikt. Deswegen glaube ich, dass es so wichtig ist, unsere Ausbildung und das wissenschaftliche System zu reformieren. Auf der anderen Seite glaube ich ohnehin nicht, dass es so, wie es jetzt ist, lange überleben wird. Wir haben ein Bildungssystem, das darauf angelegt ist, Menschen auf ein Produktions- und Finanzsystem vorzubereiten, das gerade am Zusammenbrechen ist. Im Moment produzieren alle Universitäten Europa große Reihen von Absolventen, die kaum noch die Jobs bekommen werden, die sie sich erhoffen. In Ägypten und Indien und in anderen Teilen der Welt ist das schon passiert. Die Ausildung erzeugt Erwartungen, die dann nicht erfüllt werden können.

Das klingt nach einer ungemütlichen Zukunft. Gibt es einen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen, sich spirituell zu Hause fühlen?
Die Kirche von England ist so ein Ort, die anglikanische Kirche. Ich gehe regelmäßig zur Kirche. Wenn ich auf Reisen bin, gehe ich einfach in eine katholische oder in eine evangelische Kirche. Ich liebe es, einen Gottesdienst in einer unserer großen Kathedralen zu besuchen. Erst kürzlich war ich im York Minster. Sie hatten einen wundervollen Gottesdienst zu Ehren des Heiligen Michaels und der anderen Engel. Da gab es einen großen Chor, Weihrauch, Kerzen, herrliche Musik und wunderbare Gebete, alles war so inspirierend. Ich mag die Vorstellung, dass mich die Teilnahme an einem solchen Gottesdienst – der nicht nur schön, sondern auch sinnstiftend für mich ist – mit unserer Tradition verbindet, die weit bis ins Mittelalter zurück reicht. Ich denke, dass es wichtig ist, mit seinen Traditionen und Wurzeln in Verbindung zu stehen. Die Tatsache, dass ich Christ bin, bedeutet aber nicht, dass die Einsichten und Geschenke anderer Religionen ablehne. Ich denke, dass es heute mehr denn je wichtig ist, dass wir alle voneinander lernen. So praktiziere ich zum Beispiel jeden Morgen Yoga und meditiere auch. Ich habe in meiner Zeit in Indien viel über die indische Philosophie gelernt, die ich sehr schätze. Oder nehmen Sie meine Frau: Sie unterrichtet Tibetisch-Buddhistisches Chanting. Ich denke, dass es am Ende sehr befriedigend ist, der eigenen Tradition zu folgen und gleichzeitig von anderen Traditionen zu lernen. Ich glaube, dass der Versuch, sich von der christlichen Tradition loszureißen, ohnehin zwecklos ist, da sie unser Erbe darstellt und bis heute viele unserer Gewohnheiten und Gedanken formt.

Steht ein fester Glauben nicht im Gegensatz zu dem steten Infragestellen eines Wissenschaftlers?
Die Sorte von Predigten, die wir haben, sind äußerst nachdenklich, intelligent und hinterfragend. Es gibt da keine Dogmen. Das Bild, das viele Menschen von Religion haben, ist hoffnungslos altmodisch. Doch sobald ich eine wissenschaftliche Institution betrete, fühle ich mich im Nu eingeengt. Der Hauch der Intoleranz ist dort einfach viel präsenter. Ich hatte nie ein Problem, einem anderen Gemeindemitglied zu sagen, was ich denke. Niemand ist davon geschockt. Das ist in der Tat eine sehr inklusive Atmosphäre.

Wenn Sie einen Wunsch für die Welt und für sich ganz persönlich frei hätten: Was wäre das?
Ich würde mir wünschen, dass sich die Wissenschaften von den engen Begrenzungen befreit und eine freie Forschung erblüht, die aufregend ist und transformativ. Persönlich würde ich mir wünschen, das noch mitzuerleben.

* Der Biologe und Philosoph Rupert Sheldrake gilt spätestens seit der Veröffentlichung seines Buchs »Das schöpferische Universum« Anfang der 1980er Jahre als wissenschaftlicher Querdenker. Seine Theorie vom »morphogenetischen Feld«, das wie eine Art natürliche Cloud alle biologischen Informationen abspeichert und wieder abrufbar macht, beeinflusste ganzheitliche und spirituelle Autoren auf der ganzen Welt. Die Fachzeitschrift »New Scientist« schrieb über ihn: »Sheldrake ist ein herausragender Wissenschaftler. Er gehört zu jenen echten, visionären Entdeckern, die in früheren Zeiten neue Kontinente fanden.« Im September 2012 erschien sein neuestes Buch: »Der Wissenschaftswahn. Warum der Materialismus ausgedient hat«. Weitere Informationen: http://www.sheldrake.org